Without Colors - by [black-wickelschen.myblog.de]
Art sells

Ein erster Eindruck nach zwei Wochen Praktikum in einem Kunstauktionshaus. Es ist - wie in vielen Bereichen den Kunsthandels - eine kleine Firma. Nur eine Hand voll Mitarbeiter und das Haus ganz in Familienhand. Im Vergleich zu meinen Joberfahrungen im Einzelhandel ist es dort ganz anders. Es geht nicht ums Geld, es geht um die Kunst! Zumindest dieser Eindruck soll dem Kunden - ob Käufer oder Einlieferer vermittelt werden. Ein sensibler Umgang ist gefragt. Die Welt des Kunsthandels wird von teilweise sehr seltsam anmutenden Personen bevölkert.

Wer sind diese Menschen? Nicht die Sammler von Jeff Koons, Damien Hirst oder den großen Altmeistern. Keine Hedge-Fonds Manager. Aber auch sie sammeln - auch gern in 4-5 stelligem Bereich. Und leben in einem Umfeld in dem Kunst ein Assecoir des guten Geschmacks ist. Ein bisschen deutsches Informel oder vielleicht Romantik gefällig!? Neben dem guten Namen in der unteren rechten Bildecke ist das Motiv Teil der Wahl. Bitte keine Toten, weder Mensch noch Tier - wer will sowas an der Wand!? Eine Frau beim Nähen - eine Katze mit auf dem Bild kann einige Tausender mehr einbringen.

Was das Praktikum angeht - kein Kaffee kochen und Post sortieren. Kundenkontakt und zwischen durch immer wieder Künstler und Preisrechercen. Gestern ein Werbetext für die Presse - knapp eine Seite Vorbericht zur nächsten Auktion.

Nächste Woche kommt der Auktionskatalog aus der Druckerei. Würde ich dort arbeiten gäbe es 2-3 Stück pro Jahr zu schreiben. Knappe Texte sind gefragt, im Vorfeld der Auktion bleibt wenig Zeit für tiefgreifende Forschung. Aber face to face mit Originalen - und Fälschungen. Man gewinnt ein Auge dafür. Die Beschaffenheit des Papiers, die Farbigkeit - ist die 10.000 Euro teure Zeichnung aus dem 19. Jh vielleicht doch nur ein nachkolorierter und bearbeiteter Druck? Die Rückseite weckt Misstrauen - ein beschnittenes Blatt mit einem Teil einer geometrischen Zeichnung und der Signatur eines unbekannten Künstlers ebenfals aus dem 19.Jh.

Das "Handbuch für Kunstfälscher" eines berühmten Fälschers empfielt den Kauf alter Papiere. In Antiquariaten werden alte Bücher gekauft, aus denen die Vorsatzseiten entfernt und zum neuen Michelangelo werden. Oder alte Blätter mit den Zeichnungen unbedetender Künstler, die billig auf Auktionen zu erwerben sind. Manche Fälscher pflegen auch alte Leinwände abzuwaschen.

Der Traum vom großen Schuss - dem unentdeckten Rubens, Riemenschneider oder van Gogh - beflügelt Sammler, Händler und schwarze Schafe.

Ich bin gespannt auf das Publikum bei Vorbesichtigung und Auktion..!

24.8.07 21:19
 


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